Unser Waisenhaus auf dem Prüfstand

05.06.2017

Bereits seit einiger Zeit ist es unser erklärtes Ziel, dass das Waisenhaus offiziell anerkannt und damit staatlich finanziert wird. Letztes Jahr schien das plötzlich in greifbarer Nähe. Doch die indische Bürokratie sorgt wieder einmal dafür, dass das zu einer interessanten Herausforderung wird.

Mittlerweile scheinen die Regierungsbeamten zu Stammgästen geworden zu sein, die immer wieder zur Begutachtung am Waisenhaus eintreffen. Sie loben die großartigen Entwicklungen, versichern eine baldige Aufnahme in das staatliche Finanzierungsprogramm und dann kommt das große „Aber“. So geschehen auch wieder vor wenigen Tagen, nachdem der Termin erst einmal auf nach den großen Ferien verschoben wurde. Genug Zeit für die Regierung, die ein oder andere neue Regelung zu beschließen.

So ist der Vorschriftenkatalog nicht mehr nur die Voraussetzung, um staatliche Finanzierung zu erhalten. Alle Waisenhäuser in Orissa, also auch privat finanzierte Einrichtungen, müssen jetzt den Standards entsprechen, sonst können sie geschlossen werden. Das ist angeblich auch schon in einigen Fällen passiert.

Manchmal regen mich die Regierungsvertreter auf, aber man muss da geduldig bleiben. - Chabila Nayak

Das Vorosa Ashram hat zum Glück ein paar Pluspunkte in der Gunst des Staates, wie etwa das eigene Grundstück mit den Gebäuden und dem üppigen Garten. Ebenso die Sauberkeit, das sichere Umfeld und die Erfolge der Mädchen in der Schule. Bemängelt wurden allerdings die in den Augen der Beamten zu knappen finanziellen Mittel. Auch angesichts der weiteren Anforderungen werden wir in Zukunft wohl mehr Geld zur Verfügung stellen müssen.

Mehr Sicherheit und zuverlässige Wasserversorgung

Allgemein zeigten sich die Offiziellen jedoch zuversichtlich, da sie jedes Mal Fortschritte erkennen, und gaben dem Waisenhausdirektor Chabila direkt neue Hausaufgaben. Für die Sicherheit der Mädchen sollen vier Überwachungskameras installiert werden. Außerdem sind Mauern zu errichten, die mindestens den Bereich mit den Gebäuden umschließen. Mit einer zweiten Pumpe soll die Wasserversorgung sicherer werden. Eine ist dann ausschließlich für Trinkwasser gedacht, die andere zur Bewässerung des Gartens.

Insgesamt mehr Kinder

Außerdem muss die Kapazität drastisch erhöht werden. Ein Waisenhaus muss nun mindestens 100 Kinder beherbergen, darunter mindestens 40 aus der Region Cuttack. Und um auch auf ganz junge Neulinge vorbereitet zu sein, muss es babygerechte Betten geben.

Die Beamten waren besonders von der Sauberkeit und Hygiene, sowie von der Gesundheit der Mädchen angetan. Die sanitären Anlagen sind die große Errungenschaft des letzten Jahres. Außerdem zeigten sie sich zutiefst beeindruckt von dem großen Garten und der reichlichen Ernte. Sie waren überrascht, als sie die Mädchen in Fußballtrikots sahen und von den Tournieren hörten.

Die Erfolge der letzten Zeit werden also durchaus honoriert. Jetzt gilt es die neuen Forderungen umzusetzen und dann lassen wir uns überraschen, was als nächstes gewünscht wird.